The Legend of Zelda: Twilight Princess (Wii)

Spieleinfos
 Boxart (EU) Boxart (US) Boxart (JAP)
Entwickler: Nintendo
Publisher: Nintendo
Releasedatum: 08/12/2006
ab 12
Spieleranzahl: 1
Genre: Action-Adventure

Der Grundstein für Links neuestes Abenteuer wurde bereits vor dem Launch des Gamecubes gelegt. Damals hat Nintendo auf der E3 in Los Angeles einen kurzen Zelda-Rendertrailer mit halbwegs realistischer Optik präsentiert. Die Hoffnungen der Fans wurden allerdings mit dem nächsten Zelda zerstört, denn in Wind Waker für den Gamecube war Schluss mit Realismus, Links Abenteuer präsentierte sich in feinster Cel-Shading Grafik. Trotz des durchweg gelungenen Titels - der zwar einige Schwächen bot, sich aber als vollwertiges Zelda-Spiel entpuppte - waren die Rufe der Fans nach einem realistischeren Zelda laut. Und so war die Freude auch immens als Reggie Fils-Aime, heute Präsident von Nintendo of America, am Ende der Pressekonferenz anlässlich der E3 2004 das vorliegende Twilight Princess - damals noch ohne Untertitel - enthüllte. Über zwei Jahre gingen ins Land, der Titel wurde Zelda-typisch mehrmals verschoben, um letzendlich nicht nur auf dem Gamecube, sondern auch auf Nintendos neuester Konsole zu erscheinen.

 

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Spielinhalt: 

Ein Wort zur Warnung: da sich in einem Test Details zum Spielablauf und Story nicht vermeiden lassen, kommen in unserem Text leider Spoiler vor. Wer das Abenteuer vollends genießen möchte, sollte also flugs zum Fazit scrollen, um sich nicht die Überraschungen zu verderben - alle anderen lesen weiter.

Alles fängt sehr beschaulich in einem kleinen Walddorf namens Ordon an. Link ist nur ein Hirtenjunge, der alleine in seinem Baumhaus wohnt. Am Anfang darf man frei das Dorf erkunden und sich mit den Dorfbewohnern unterhalten, auch ein Ritt auf Links treuem Pferd Epona darf nicht fehlen, Link muss einem Hirten dabei helfen Ziegen in den Stall zu befördern. Nachdem man einige Zeit das Dorf erkundet hat, kann man das erste Item des Spiels kaufen: die Schleuder. Damit gibt Link bei den anderen Kindern im Dorf ersteinmal fröhlich an und man wird mit dem Schießsystem bekanntgemacht. Man drückt den Button auf den die Schleuder (oder später der Bogen) gelegt wurde und zielt mit der Wiimote auf den Bildschirm, wodurch ein Zielkreuz erscheint, mit dessen Hilfe ihr die aufgestellten Scheiben abschiessen könnt.
Es vergeht noch einige Zeit, in der man unter anderen auch ein erstes Schwert bekommt, mit heroischen Abenteuern fängt es an dieser Stelle auch an, denn einer der Dorfkinder verschwindet im nahegelegenen Wald, um einem streunenden Affen Saures zu geben. Und wer darf ihn nun suchen? Ganz klar, der Kerl mit dem Holzschwert, also macht ihr euch auf, um den Wald zu durchforsten.
Habt ihr den Jungen gefunden - der mittlerweile in einem Käfig sein Dasein fristet - fängt das Spiel richtig an. Link bekommt von einem fetten Goblinanführer einen Hieb an den Kopf und verliert das Bewußtsein. Als er aufwacht, sind alle Kinder verschwunden. Zu allem Überfluß befindet sich beim Eingang in den Wald eine schwarze, undurchsichtige Wand in die Link von einem Monster hineingezogen wird.

In der Schattenwelt, in der man sich nun befindet, verliert alles Leben ihre ursprüngliche Form, denn die normalen Menschen verwandeln sich in Geister und Link hat die Form eines Wolfs angenommen. Gefangen in einem Kerker kommt ihm ein kleines mysteriöses Wesen zu Hilfe. Der kleine Schatten hört auf den Namen Midna und lange im Spiel ist unklar, welche Ziele sie verfolgt. Allerdings ist Midna sowohl im Kampf, als auch beim Lösen von Rätseln hilfreich. Während des Kämpfens in Wolfform kann man einen Ring rund um Link aktivieren und alle Gegner innerhalb des Rings werden auf einmal angegriffen. Außerdem hilft sie auch beim Springen über Abgründe und gibt den einen oder anderen Hinweis während der Bosskämpfe.

In der Wolfform hat sich für Link einiges geändert. So kann er logischerweise keine Gegenstände wie Waffen oder Tränke benutzen. Dafür hat er aber ein Maul voller Zähne und einen besonderen Spürsinn, mit dem er Geister und Stellen, an denen man graben kann, sieht. Wenn ein Tor verschlossen ist und man nicht durchkommt - Türen aufmachen geht übrigens genausowenig - dann gräbt man sich eben bis zur anderen Seite durch! Hat man einige Zeit gespielt, kann Link endlich wieder seine ursprüngliche Form annehmen, dazu muss er allerdings in Wolfform Schattenkäfer finden und vernichten, um das Licht in eine Region wiederzubringen. Erst dann kann nämlich der Lichtgeist der Region - in ganz Hyrule müssen drei Geister befreit werden - erscheinen und Link in einen Menschen verwandeln. Link hat mittlerweile die übliche grüne Tracht bekommen und muss nicht nur seine Freunde retten, sondern auch noch einen Gefallen für Midna tun, indem er Schattenkristalle aus Tempeln zusammensucht. Dazu muss man allerdings wieder in Gegenden reisen, die von Schatten regiert werden, in denen Link auch wieder in einen Wolf verwandelt wird.

Nun gilt es verschiedene Gegenden in Hyrule, welches wirklich riesig geworden ist, zu besuchen und Tempel abzuklappern. Dabei ist das altbewährte Schema auch in Twilight Princess enthalten. Es gilt unter anderem einen Feuertempel, einen Wasserschrein unter dem Hylia-See oder den Wüstentempel in der Gerudowüste zu erforschen. Viele bekannte Rassen und Feindestypen finden sich im Spiel, so gibt es ein Wiedersehen mit den Zoras und den Goronen, an Gegnern trifft man Echsenkrieger, Schleim, der von der Decke fällt und unter anderem auch Stalfos. Aber auch neue Rassen, wie die grotesken Kumulaner, und neue Gegner finden sich im Spiel. Die Gegnerscharen verhalten sich auch viel intelligenter als in den Vorgängern, besonders gegen Ende des Spiels trifft man auf härtere Gegner.
Wehren kann man sich gegen die meisten mit Links Schwert, einige Gegnertypen können mit bestimmten Items leichter eliminiert werden. So gibt es beispielsweise einen Gegner, der in einer Wasserblase umherhüpft, mit herkömlichen Schwerthieben kommt man ihm nicht bei. Kombiniert man allerdings den Bogen mit Bomben, kann man den Hüpfer leicht erledigen. Mit dem Greifhaken kann man ihn aber auch aus der Blase herausziehen und normal verprügeln, so spart man sich ein paar Bomben. Aber auch im normalen Kampf wird Abwechslung großgeschrieben. Denn neben den üblichen Tricks wie Sprungattacken und Stechattacken lernt Link im Spielverlauf sieben tödliche Schwerttricks, die besonders spektakülär und für die Gegner besonders schädlich sind.

Insgesamt verbringt man etwa 35 Stunden in Twilight Princess bis der letzte Endgegner besiegt wurde und Frieden in Hyrule einkehrt. Aber abseits des Pfads finden sich wieder viele Quests, die mit Rubinen und Herzteilen als Belohnung locken. Unter anderem gilt es goldene Käfer zu sammeln, um sie einem Mädchen in der Hauptstadt zu bringen. Eine Geisterjagd, ähnlich wie in Ocarina of Time, ist ebenfalls enthalten. Dieses Mal müssen allerdings deutlich mehr Geister vernichtet werden, um einen Mann von seinem Fluch zu erlösen. Alles in Allem ist die Anzahl der Minispielchen allerdings geringer ausgefallen, als beim ersten 3D-Zelda. Trotzdem weiß auch die Fülle der Sidequests in Twilight Princess zu gefallen.
Besonders interessant ist das Angeln gelungen. Während in Ocarina of Time in einem relativ kleinen Tümpel vom Seitenrand oder von Baumstämmen aus geangelt wurde, kann man sich in Twilight Princess ein Boot mieten, um in einem großen Teich zu angeln - auf Wunsch auch mit einer hübschen Begleitung. Im Gegensatz zu OoT ist es nun auch möglich an jeder Wasserstelle, die Fische enthält, zu angeln. Die Erfolge werden dabei in einem speziellen Angelbuch gespeichert. Geangelt wird in der Wii-Version mit der Wii-Remote, die man wie eine richtige Angel auswirft und einholt - im Grunde sehr ansprechend gelöst, wenn man sich bei der Übersetzung nicht direkt einen dicken Patzer geleistet hätte und die Erklärung der Einsteiger-Angel etwas im Detail verdreht hätte. Auch das Herausziehen eines Fisches mit der genannten Angel fällt etwas lieblos aus, da man die Wiimote schlicht nach hinten halten muss.

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Grafik: 

Viel kann man über die Grafik nicht sagen, momentan ist Twilight Princess das schönste Spiel auf der Wii. Leider gibt es stellenweise einige fade und matschige Texturen, die zeigen, dass das Spiel ursprünglich für den Gamecube entwickelt wurde. Besonders auffallend ist, dass die Entwickler den Grafikstil zwar realistisch gestaltet haben, aber auf einige Cel-Shading Elemente nicht verzichteten, schließlich basiert die Engine des Spiels auf Wind Waker. Beeindruckend ist auch die enorme Weitsicht, die allerdings mit einigem Kantenflimmern erkauft wird. Dafür kann man aber beispielsweise den gesamten Hylia-See überblicken, ohne irgendwo Nebel zu entdecken.
Vom Stil her ist Links neuestes Abenteuer deutlich erwachsener als alle Vorgänger geworden. Auch wird viel Abwechslung geboten, von saftig grünen Wiesen, über frostig verschneite Berghänge, bis zu Wüstenlandschaften reicht die Palette. Einige Gebiete haben klare Vorbilder, so ist ein Dorf wie eine Westernstadt gestaltet und Kakariko erinnert mit seiner gespenstischen Atmosphäre beim ersten Betreten an Silent Hill. Auch werden in den Zwischensequenzen cineastische Elemente verwendet, beispielsweise gibt es Zeitlupen-Effekte wenn eine Goblin-Meute auf ihren Wildschweinen in ein Dorf einbrechen.
In Punkto Optik unterscheidet sich die Wii-Version von der Cube-Fassung derart minimal, dass man Unterschiede fast schon mit der Lupe suchen muss. Hier und da gibt es einige hübschere Lichteffekte, die allerdings im Gesamtbild nicht mehr viel ausmachen. Man muss allerdings noch anmerken, dass bei der Wii-Version deutlich mehr drin gewesen wäre, da die Konsole mehr Leistung besitzt als ein Gamecube. Besonders das Kantenflimmern hätte in dieser Form nicht sein müssen.

Sound: 

Musikalisch ist Zelda sehr gut gelungen, zwar gibt es wieder nur Synthi-Melodien, diese sind aber sehr eingängig und abwechslungsreich. Bombastisch kommt zum Beispiel die Musik der Hyrule-Ebene bei Tag, bei Nacht wechselt die Musik zu einem sehr verträumten und etwas düsteren Singsang. Außergewöhnlich ist die Musik während der Kämpfe im Schattenreich, der Sound ist dann sehr minimalistisch, nervenaufreibend und klingt nach Elektro-Gedüdel. Allerdings passt das an diesen Stellen, sodass hier nichts zu beanstanden ist.
Etwas enttäuschend ist wieder einmal der Verzicht auf Sprachausgabe. Die einzige Figur, die so etwas wie Sprache beherrscht, ist Midna, allerdings gibt sie nur Fantasielaute von sich. Alle anderen Figuren bleiben stumm, Link ächzt und schreit wie gewohnt beim Kämpfen.

Steuerung: 

Die Besonderheit der Wi-Fassung gegenüber dem Cube-Zelda ist eindeutig die Steuerung, man setzt nämlich den bewegungssensitiven Controller für Links Aktionen ein. In der Wii-Fassung ist Link wegen dieses Features sogar zu einem Rechtshänder umgepolt worden, da die meisten Wii-Spieler die Wiimote in der rechten Hand halten. Anstatt Link einfach ein paar neue Animationen zu verpassen, wurde allerdings das gesamte Spiel gespiegelt, womit man auch die Dungeons anders abläuft als in der GCN-Version.
Bewegt wird eure Spielfigur mit dem Analog-Stick, mit dem C-Button des Nunchucks könnt ihr in die Ego-Perspektive umschalten und mit dem darunter liegenden Z-Button visiert ihr fix ein paar Gegner an, um diese zu Brei zu verarbeiten. Um eben genannte Produktion von leckerem Gegnerbrei in die Gänge zu bewegen, kommen wir zur nächsten Besonderheit der Wii-Version. Um den Gegnern ein paar deftige Hiebe zu verpassen, musst ihr euch wie ein Bekloppter, der gerade einen Anfall hat, benehmen oder schlicht milde ausgedrückt, mit der Wiimote in der Gegend herumfuchteln. Beim Schlagabtausch könnt ihr auch diverse Spezial-Manöver ausführen, indem ihr beispielsweise den Gegner anvisiert, mit dem Analog-Stick um ihn herum springt und ihm dann hinterrücks eins überzieht.
Ansonsten gibt es weiterhin von den 3D-Zeldas gewohnt eine multifunktionale Taste, mit der ihr alle möglichen Aktionen ausführt. Um eure Gegenstände auf Schnellzugriff legen zu können, entschied man sich bei Nintendo, hierfür das Steuerkreuz zu verwenden. Die aktive Taste für die Gegenstände ist dann letztlich der B-Trigger an der Unterseite der Wiimote.
Der Rest der Tastenbelegung ist ähnlich wie bei der GameCube-Version. Um das Inventar- und Speicherbildschirme aufzurufen, drückt ihr entweder die Plus- oder Minustaste, um die Minimap auszublenden (welche teilweise ein Viertel des Bildschirms einnimmt), drückt ihr die 2-Taste und um die ausführliche, bildschirmgroße Karte anzuwählen, drückt ihr die Taste 1.

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Fazit: 

Was soll man noch groß sagen, The Legend of Zelda Twilight Princess ist das derzeit beste Spiel für Wii. Und das wird es wohl auch längere Zeit bleiben, denn Nintendos Entwicklungsteam hat wirklich Großartiges geleistet, bis auf einige kleinere Mängel erfüllt Links neuestes Abenteuer die hoch gesetzten Erwartungen. Viele altbekannte Rassen und Gegner finden sich im Spiel, die gesamte Spielwelt erinnert an Ocarina of Time, das sich die Entwickler augenscheinlich als das große Vorbild genommen hatten.
Das neueste Zelda präsentiert sich deutlich erwachsener und realistischer, als alle seine Vorgänger, ohne dabei den Charme der alten Abenteuer einzubüßen. Das ganze Spiel hat einen etwas melancholischen Grundton und man fühlt sich wirklich als der letzte Retter der Bevölkerung, besonders wenn man in Wolfform die Menschen belauscht. Viele der Charaktere wirken sehr lebendig, besondere Beachtung verdient an dieser Stelle Midna - obwohl man anfangs nicht weiß, auf wessen Seite sie eigentlich steht und was ihr Ziel ist, wirkt sie sehr sympatisch und ist die wohl beste neue Figur in einem Zelda Spiel seit langem.

Wenn das Spiel so gut ist, warum dann eine so "schlechte" Wertung? 93 Prozentpunkte wirken im Vergleich mit einigen anderen Seiten und Magazinen etwas niedrig. Der Grund ist einfach: Zelda ist ein Spiel der ersten Generation auf der neuen Nintendo-Konsole und es ist somit noch extrem viel Spielraum nach oben da. Nicht nur grafisch, sondern auch was die Verwendung der Wii-Remote betrifft. Desweiteren finden sich einige kleine Mängel, wie die fehlende Sprachausgabe oder die fehlende Möglichkeit die Kamera frei einzustellen, die letztendlich dem Spielvergnügen einen kleinen Dämpfer verpassen. Trotz alldem muss an dieser Stelle eine ganz klare Kaufempfehlung ausgesprochen werden. Wer Links neuestes Abenteuer noch nicht sein Eigen nennt, muss sich dieses Meisterwerk schleunigst besorgen.

 


Pro & Contra

+ Spannende Geschichte

+ Erwachsener als Vorgänger

+ Sehr lange Spielzeit

+ Schöne Grafik

- keine Sprachausgabe

- Grafik auf Gamecube-Niveau

- häufiges Kantenflimmern

Wertung

Grafik:

Schöne Grafik mit dezenten Schwächen dank teilweise matschiger Texturen und Kantenflimmern.
Sound:

Schöne neue und alte Melodien verwöhnen das Ohr, wie gehabt allerdings fehlt auch dieses Mal Sprachausgabe.
Spielspass:
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