Tales of Phantasia (GBA)

Spieleinfos
 Boxart (EU)
Entwickler: Namco
Publisher: Namco
ohne Altersbeschränkung
Spieleranzahl: 1
Genre: Rollenspiel

Eines der besten SNES Games überhaupt, erschien jedoch nur in Japan. Doch nun gab sich Namco einen Ruck und brachte das Remake auf dem GBA auch in westliche Gefilde. Was daraus geworden ist, lest ihr hier.

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Spielinhalt: 

Genau genommen handelt es sich bei der GBA Version dieses Klassikers um eine Umsetzung des ebenfalls nur in Japan erschienen Playstation Remakes. So wurden die Grafiken, Techniken und einige andere Dinge einer Generalüberholung unterzogen. Da ich den Playstation Teil nie so wirklich gespielt habe, werde ich mich bei Vergleichen auf die SNES Ur-Version beziehen.

Die Story von ToP ist einfach umwerfend und die Erzählweise ist sehr gelungen. Oft ändern sich die Ansichten und Geheimnisse werden aufgedeckt. Jeder Charakter hat seine eigene Persönlichkeit, die sehr gut dargestellt wird und jeder erzählt seine eigene Geschichte. Es ist ein sehr komplexes Spiel und es lohnt sich auf jeden Fall das Game mehr als einmal durchzuspielen und alle Side-Quests zu erledigen. Ich habe so ziemlich jeden Moment dieses Spiels genossen und das, obwohl es sich an manchen Stellen unglaublich zieht und ich nicht gerade Engelsgeduld habe. Das hat mich sehr überrascht.

Pro/Contra GBA:
Wenn man die Wahl hat zwischen GBA und SNES Version, gibt es einige Dinge, die für das eine oder andere sprechen. So hat die GBA Version z.B. ein neues, an weitere Tales of... Teile angepasstes Kampfsystem. Wer zum Beispiel Tales of Destiny (PSX) oder Tales of Symphonia (Cube) gespielt hat, wird sich sehr schnell in das KS einfinden und sich wohlfühlen. Das Kampfsystem auf dem SNES ist ein klein wenig anders gestaltet, doch das nun genau zu erklären, würde den Rahmen sprengen. Ein weiteres Pro-GBA ist das Design des Menüs. Auch hier erkennt man Parallelen zu Tales of Symphonia, jedoch nicht zu Tales of Destiny, denn dieses gleicht eher dem, der SNES Ur-Fassung.

Gegen die GBA Version sprechen jedoch auch einige Kleinigkeiten. Wie z.B. einige Effekte, die ganz einfach nicht mehr vorhanden sind. Dazu gehören zB Spiegelungen im Wasser und andere Kleinigkeiten. Das ist zwar nicht so tragisch, jedoch hat das auf dem SNES damals an einigen Stellen doch sehr beeindruckt und einen Teil der Stimmung ausgemacht. Auch die Musikstücke klingen ein wenig besser auf dem SNES.

Auch Das Charakterdesign hat sich drastisch verändert. In der GBA Version wirken die Charaktere einfach westlicher und moderner, wo hingegen die SNES Charas "japanischer" wirken. Einerseits sehen die Chars in der GBA und PSX Version ein Stück besser aus, jedoch kommt bei den SNES Chars etwas mehr Flair auf, sie wirken lebendiger in den Emotionen und ich finde, sie passen einfach ein Stück besser in das Setting. Doch ich denke, das ist Geschmackssache.

Schlechte Umsetzung:
Die Umsetzung der GBA Version ist teilweise einfach grausam. Texte wurden falsch übersetzt (und das schon in der US Version) oder einfach lieblos beschrieben. An einigen Stellen sind wichtige Fakten, die für das Verstehen der Story unabdingbar sind, vollkommen falsch dargestellt und an einigen Stellen, an denen vielleicht alles stimmt, wird es einfach lieblos erzählt, sodass nicht annähernd die Stimmung aufkommt, die aufkommen könnte und eigentlich auch müsste. Ich habe mir ein Beispiel rausgesucht, das einmal zeigt, wie Fakten falsch dargestellt werden, ohne groß zu spoilern: Am Anfang treffen Cress und Chester auf einen Baum und Cress erscheint ein Geist. Dieser sagt "Entweihe diesen Baum nicht!". Jedoch ist dies falsch. In der SNES Ur-Fassung sagt der Geist "Bitte heile diesen Baum" was, wie sich später zeigt wesentlich besser passt und ein wichtiger Teil der Story ist. Nachdem das geschah, gibt es ein gutes Beispiel für lieblose Erzählweisen: Chester kommt wieder zu Cress und dann wird dazu nicht mehr viel gesagt, was grad geschehen ist. In der SNES Version jedoch, sagt Chester "Du siehst aus, als hättest du einen Geist gesehen" und fragt, ob alles in Ordnung ist. Da kommt wesentlich mehr Stimmung auf. Und leider kommen solche und noch schlimmere Stellen sehr häufig vor.

Ein anderer Umsetzungsfehler kommt an einigen, nicht ganz so häufigen, aber dafür umso wichtigeren Stellen des Spiels. In den Sequenzen, wo jemand etwas sagt, der gerade nicht auf dem Bildschirm ist, also zB eine noch unbekannte Person nur zum Mainchar spricht oder jemand etwas erzählt, wärend gezeigt wird, was irgendwo geschieht, dann wird dieser Text nicht wie üblich von einem Fenster hinterlegt, sondern alleine eingeblendet. Meist ist der Hintergrund aber an diesen Stellen sehr hell, was die weiße Schrift unerkennbar macht. Somit verpasst der Spieler wichtige Teile der Story.

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Grafik: 

Die Grafik von Tales of Phantasia ist sehr schön. Die Orte sind detailreich gestaltet und jeder Ort sieht einzigartig aus. Das Charakterdesign ist auch sehr gelungen, ebenso wie das Menü. Die Animationen in den Kämpfen lassen auch kaum Wünsche offen. Die Schwerttechniken und Zauber sehen gut aus und passen ins Geschehen. Schade ist nur, dass das Spiel im Gegensatz zur SNES Version einiger Effekte beraubt wurde.

Sound: 

Der Sound dieses Spiels ist, genau wie die Grafik, sehr gut gelungen. Wunderschöne Musikstücke begleiten das Spielgeschehen. Verschiedene Orte, Charaktere und Situationen bekamen alle einen durchaus passenden Soundtrack. Die Soundeffekte sind auch recht gut gelungen, aber auch nicht überragend. Jedoch weiss ich auch nicht, was man da so viel besser machen soll. Besondere Anerkennung verdient die Sprachausgabe. Einige wenige Momente in der Story bekommen eine englische Sprachausgabe und die Kämpfe werden, wie es für Tales of... Titel üblich ist, von den Stimmen der Charaktere begleitet. Führt ein Charakter eine Fähigkeit aus, wird dessen Name gerufen. Und wer den letzten Schlag macht und den Kampf gewinnt, darf seinen Siegesspruch sagen.

Steuerung: 

Die Steuerung im Spiel ist simpel und gut. Ausserhalb der Kämpfe ist die Steuerung RPG Typisch und in den Kämpfen könnte sie besser nicht sein. Mit dem A-Knopf vollführt man einen einfachen Schwertstreich, den man mit dem Steuerkreuz leicht verändern kann. Der B-Knopf in Verbindung mit dem Steuerkreuz wird für Techniken genutzt. Welche Technik mit welcher Position des Steuerkreuzes ausgeführt wird, lässt sich im Menü einstellen. L+A oder B wird für Shortcuts benutzt. Auf diese kann man auch Techniken legen, doch hier ist es auch möglich, die Fähigkeiten anderer Charaktere zu aktivieren. Zu guter letzt kann man mit dem R-Knopf das Angriffsziel wechseln, mit Select kommt man ins Menü und mit Start wechselt man zwischen Semi-Manuell (Der Spieler Steuert) und Auto (Der Charakter agiert von alleine). *KLEINER SPOILER* Gegen Ende des Spiels kann man ein Item kaufen, das, wird es ausgerüstet, die Steuerung im Kampf ändert. So setzt man die zahlreichen Techniken durch gekonnte Tastenkombinationen ein. Damit kommt ein Feeling wie in einem Beat ´em Up auf.

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Fazit: 

Es ist ein wahrer Segen, dass dieses Spiel es endlich auch nach Europa geschafft hat. Denn wenn man es nicht gespielt hat, hat man wirklich was verpasst. Für RPG-Fans ein Muss also. Und auch diejenigen, die RPGs wie Final Fantasy nicht mögen, sollten sich Tales of Phantasia zumindest mal ansehen. Es gibt nicht viel an diesem Game auszusetzen, ausser der wirklich miesen Umsetzung, sollte man weder SNES noch PSX version gespielt haben, heisst es bei der GBA Version zugreifen.


Pro & Contra

+ Geniale Story
+ Abwechslungsreiches KS
+ Sehr Umfangreich

- Miese Um- und Übersetzung
- Einige Effekte aus der SNES Version fehlen

Wertung

Grafik:

Sound:

Spielspass:
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