Splinter Cell: Double Agent (GCN)

Spieleinfos
 Boxart (EU)
Entwickler: Ubisoft
Publisher: Ubisoft
ab 16
Spieleranzahl: 1-2
Genre: Action

Sam Fisher schleicht nach einem Jahr wieder mal auf die heimischen Konsolen zurück. Doch wer erwartet, dass die GameCube-Umsetzung eine schlechtere Fassung der Xbox360-Version ist, der irrt, denn Ubisoft hat sich die Mühe gemacht, für die Current-Gen-Konsolen ein eigenständiges Spiel zu entwickeln. Wie dieses geworden ist, erfahrt ihr in unserem Test.

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Spielinhalt: 

Zu Spielbeginn ist Sam mit einem Kollegen in Island unterwegs, bei denen ihr euch wie gewohnt serientypisch durch die Levels schleicht und das Ziel habt, einen Terroristen-Chef zu erledigen. Dieses Level bildet somit auch gleich das Tutorial. Hierbei fällt bereits der vermehrte Einsatz von Interaktionen mit euren CPU-Kameraden auf. Habt ihr dann die Einführung hinter euch gebracht, reisst euch euer Auftraggeber Lambert aus der Mission, weil etwas schlimmes mit Sam's Tochter Sarah passiert ist, wobei natürlich die Terroristen mitsamt gefährlicher Waffen entkommen können.

Es stellt sich heraus, dass Sam's Tochter umgebracht worden ist, seither geht es mit Sam Fisher nur noch bergab, weswegen er den gefährlichsten Auftrag der NSA annimmt. Sozusagen als Wiedergutmachung für das Entkommen der bösen Buben in Island schleust sich Sam nun in JBA ein, jener Terroristen-Verein, der die gefährlichen Waffen aus der eisigen Umgebung an sich gerissen hat.

Hierbei kommt nun das neue Spielkonzept zum Einsatz, welches eure Position zu den einzelnen Fraktionen anhand eines Balkens darstellt, in dessen Mitte ein Regler anzeigt, welche Seite euch im Moment mehr vertraut. Dies könnt ihr selbst beeinflussen, je nachdem welche von den euch gegebenen Missionszielen ihr erfüllt oder wie ihr euch bei Spezialaufträgen entscheidet. Tendiert der Balken jedoch einmal zu sehr auf eine Seite, ist das Spiel vorbei. Ebenso habt ihr unterschiedliche Ausrüstungen zu Beginn einer jeden Mission, je nach momentaner Sympathien.

Auf den ersten Blick hört sich das garnicht mehr nach Splinter Cell an, fügt sich jedoch wunderbar ins Spielgeschehen ein und sorgt so für frischen Wind in der Serie. Ansonsten schleicht, klettert und kämpft sich Sam wie gewohnt durch die Levels und hat auch wieder den ein oder anderen neuen Move drauf. Auch gilt es, neue Geschicklichkeitsrätsel zu lösen, bei dem man unter Zeitdruck eine Schwingungswelle an eine andere anpassen muss.

Störend fällt auf, dass es wieder haufenweise Trial & Error - Passagen in das Spiel geschafft haben. Doch glücklicherweise kann man zu jeder Zeit speichern, muss sich hierbei aber wieder mit den langen Ladezeiten herumschlagen.

Eine Neuerung dieses Teils sollte es sein, dass man das HUD auf das nötigste reduziert beziehungsweise komplett verbannt. Dies ist aber lediglich bei der Xbox360-Version der Fall, da beim GameCube auch weiterhin meist im Dunkel rumgeschlichen wird. So habt ihr weiterhin das gewohnte Repertoir wie Schattenanzeige oder Lärmpegel-Messer, dieses Mal allerdings etwas aufgeräumter dargestellt.

Versionsvergleich:
Vergleicht man einmal die Xbox360-Version mit der GameCube-Version hat man eigentlich 2 verschiedene Spiele, die zwar die gleiche Geschichte erzählen, jedoch jede Fassung auf unterschiedliche Weise. So seid ihr bei der GameCube-Version wieder hauptsächlich im Dunkeln untewegs, während ihr bei der Xbox360-Fassung häufiger Missionen bei Tag erledigen müsst. Hinzu kommt, dass jede Version einen exklusiven Level besitzt, der bei der jeweilig anderen fehlt.

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Grafik: 

Zwar merkt man deutlich, dass der GameCube an einigen Stellen seinen Zenit erreicht hat (manche Eisberge sehen aus wie Quadrate), dennoch sieht das Geschehen auf dem Bildschirm trotz der Hardware-Limitationen äußerst gelungen aus. Lediglich an manchen Stellen kommt Stirnrunzeln auf, denn das ordinäre Kantenflimmern stört und diverse Texturen sehen schon arg schwammig aus, was sich aber angesichts der ansonsten ruckelfreien Optik gerne verzeihen lässt.

Sound: 

Die Sprachausgabe ist ausgezeichnet und fangt das Flair des Spiels perfekt ein. Lediglich gibt es bei manchen Stellen kleine Tonstörer, bei denen die Qualität zu wünschen übrig lässt. So hören sich manche Dialoge an, als sei er mit einem 20 Jahre alten Kassettenrecorder aufgenommen worden.

Was die weitere Musikuntermalung angeht, gibt es auch nichts zu meckern. An bestimmten Situationen unterstreichen stimmungsvollen Klänge das bedrückende Gefühl, bloß nicht entdeckt zu werden. Werdet ihr hingegen von einem Feind gesehen, setzt serientypisch hektische Musik ein, die euren Puls noch weiter steigen lässt.

Steuerung: 

Aufgrund des minimal weniger an Tasten bestückten GameCube-Pad's kommt es an manchen Stellen zu Fingerverbiegereien. So ist es manchmal nötig, mehr als 3 Tasten gleichzeitig zu drucken, um eine Kleinigkeit zu erledigen, um beispielsweise die ausgewählte Waffe zu wechseln. Ansonsten spielt sich der Titel aber sehr direkt und ohne irgendwelche Macken, wie man es von der Serie gewohnt ist.

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Fazit: 

Einmal abgesehen von der etwas schlechteren Grafik auf dem GameCube ist auch der neueste Teil der Splinter Cell-Serie ein Kracher geworden. Wenn euch bereits die Vorgänger gefallen haben, dann könnt ihr auch hier trotz des neuen Konzepts beruhigt zugreifen, denn im Kern ist es das gleiche Spiel geblieben.

Ein Wort in eigener Sache zum Schluss:
Es sei ein großes Dankeschön an die Presse-Abteilung von Ubisoft ausgesprochen, die uns freundlicherweise ein Presse-Exemplar dieses Spieles zukommen ließen.


Pro & Contra

+ Spannende Handlung
+ Koop-Modus
+ Stimmige Sprachausgabe

- Trial & Error
- lange Ladezeiten
- Tastenbelegung

Wertung

Grafik:

Sound:

Multiplayer:

Spielspass:
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