Phoenix Wright: Ace Attorney (WiiWare)
Anwälte sind seit jeher auf eigenartige Weise faszinierend. Sie strahlen eine Gelassenheit aus, können aber zugleich im Gerichtssaal äußerst aggressiv vor gehen. Lediglich durch eine gute Wortwahl stampfen sie Ihr Gegenüber inGrund und Boden und locken so ein Geständnis aus ihm heraus. Dies wurde durch TV-Serien wie Matlock in den 80er Jahren oder jüngst mit deutschen Serien, wie Barbara Salesch und Anhang nicht nur einmal bewiesen. Capcom hat die Idee der Serien bereits 2001 aufgegriffen und eine ganze Videospielreihe um den Anwalt Phoenix Wright auf die Beine gestellt. Nun kommt ein Port des einstigen GBA Spiels als Downloadtitel für die Wii. Wie sich der Titel hier schlägt, erfahrt ihr wenn ihr weiter lest.
Ihr schlüpft in die Rolle des Phoenix Wright, einem aufstrebendem Junganwalt der gerade vom Studium kommt. Er arbeitet in der Anwaltskanzlei Fey & Partner und übernimmt sogleich seinen ersten Fall, einen Mordfall. Nicht ohne Grund wagt er sich gleich an so einen Brocken: Der Angeklagte ist sein bester Freund Larry Butz. Er ist der eigentliche Grund, warum der gute Phoenix Wright überhaupt Anwalt geworden ist. Im ersten Fall werdet ihr nach einem kurzen Intro sogleich in die Gerichtsverhandlung geworfen. Dieses ist auch ein kleines Tutorial und eure Chefin Mia, wirft das ein oder andere Mal Tipps ein.
Insgesamt ist das Grundgerüst des Spiels schnell erklärt. Es gilt die Gerichtsverhandlungen erfolgreich zu bestehen und die Mandanten aus ihrer misslichen Lage, in der sie sich befinden wieder heraus zu boxen. Die Gerichtsverhandlungen sind ausschließlich Mordfälle, in denen euer Mandant angeklagt wird. Im richtigen Moment Einspruch einlegen, die Zeugen unter Druck setzen, damit sie ihr Lügengeflecht revidieren und zu einer korrekten Aussage getrieben werden, gehört genauso zum Anwaltsleben wie Informationen und Beweismittel vom Tatort zu beschaffen, oder mögliche Zeugen auszufragen. Insgesamt warten in dieser Version 4 Fälle auf euch, die es allesamt schaffen, sogar der Erste, welcher mehr als Tutorial fungiert, Spannung aufzubauen und das hohe Niveau zu halten.
Hier ist wohl die größte Schwäche des Titels. Das Spiel ist lediglich eine Portierung des GBA bzw. DS Verkaufsschlagers. Grafisch hat sich nichts getan. Trotzdem versprüht es immer noch den selben alten Charme, wie die GBA bzw. DS Vorlage. Auf dem TV-Bildschirm werden die beiden DS-Monitore übereinander dargestellt. Um die Monitore ist ein blauer „Bilderrahmen“, wie man ihn schon vom Gameboyplayer z.B. kennt. In Spielabschnitten in denen nur ein Monitor verwendet wird, wird der andere ausgeblendet, so dass der Verbleibende über nahezu den kompletten Bildschirm dargestellt werden kann. Der blaue Rahmen bleibt jedoch weiterhin bestehen.
Viel Sprachausgabe gibt es nicht zu lauschen, bis auf EINSPRUCH!, NIMM DAS! oder das Grummeln der Zuschauer im Gerichtssaal. Doch eins darf man dabei nicht vergessen: Es ist ein GBA Port und dafür klingt das Ganze eigentlich ganz nett. Der Soundtrack hingegen geht ins Ohr und passt stets zur jeweiligen Situation. Nettes Feature: Wenn Phoenix Wright Worte wie EINSPRUCH! in den Gerichtssal wirft, ertönt es auch aus dem Wiimotelautsprecher.
Gesteuert wird mittels Steuerkreuz und A Knopf an der Wiimote. Ab und zu wird noch der Minusbutton hinzu gezogen, um Beweisstücke vorzulegen, oder die Aussage des Zeugen anzugreifen. Der Plusbutton öffnet das Inverntar für Beweismittel. Die Pointer-Funktion wurde unverständlicherweise völlig ausser acht gelassen. Stattdessen ist bei den Untersuchungen der Schauplätze ein Fadenkreuz auf dem Monitor, welches mittels Steuerkreuz bewegt wird. Einspruch kann auch eingelegt werden, wenn die Wiimote geschüttelt wird. Wenn schon die Steuerung halbwegs auf die Wii angepasst wird, warum dann keine Pointer-Funktion?
Die Wiiwareversion ist für all jene, die auf dem Nintendo DS noch nicht in den Genuss dieses grandiosen Adventures gekommen sind, uneingeschränkt zu empfehlen. Schade ist allerdings dass es lediglich ein 1 zu 1 Port ist und weder an der Grafik noch am Sound irgendetwas getan wurde, wenn wir die Sprachausgabe aus der Wiimote mal ausser acht lassen. Lediglich die Steuerung wurde schlampig an die Wii angepasst. Die fehlende Pointer-Funktion vermisst man ab der ersten Minute. Eine bodenlose Frechheit ist es von Capcom, den 5ten Fall nicht gleich mitzuliefern, wie es im DS-Teil der Fall ist. Er wird erst ab ca. März, wenn alle anderen Phoenix Wright Titel für WiiWare erschienen sind, als DLC für 100 Wiipunkte angeboten.
Vielen Dank an Nintendo für die freundliche Bereitstellung der WiiPoints.
Pro & Contra:
+ Nette Fälle
+ Flair des alten Titels bleibt erhalten
+ Retrofeeling
- Miese Umsetzung der Steuerung
- Letzter Fall nicht enthalten (Extrakosten)
- Kein Vollbild
Wertung:







»Kommentare
kroppy, du musst dich erst an Wii-Verhältnisse gewöhnen und danach bewerten
kroppy, du musst dich erst an Wii-Verhältnisse gewöhnen und danach bewerten