Mystery Dungeon: Shiren the Wanderer (DS)

Spieleinfos
 Boxart (EU)
Entwickler: Chunsoft
Publisher: Sega
ab 6
Spieleranzahl: 1
Genre: Rollenspiel

Rollenspielhaudegen alter Schule sollten aufhorchen, denn für sie könnte Mystery Dungeon: Shiren the Wanderer genau das richtige Spiel sein. Der Titel ist ein Remake eines nur in Japan erschienenen SNES-Titels aus dem Hause Chunsoft. Was genau Nostalgikerherzen höher schlagen lässt und weswegen (Rollenspiel)-Anfänger die Finger von dem Spiel lassen sollten, erfahrt ihr in unserem Test.

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Spielinhalt: 

Die Geschichte von Mystery Dungeon: Shiren the Wanderer ist sehr komplex. Ihr seid ein Wanderer...der umherwandert. Mit einem sprechenden Frettchen als Begleiter. Das wars im Grunde schon, zwar wird im Intro des Spiels etwas von einer goldenen Stadt erzählt, dieses Storyelement spielt aber bis zum Ende des Spiels keine wirkliche Rolle. Das eigentliche Feature des Spiels ist das Gameplay - der Titel ist nämlich ein Roguelike-Rollenspiel. Als solche werden Titel bezeichnet, die dem Uralt-Rollenspiel Rogue aus dem Jahr 1980 ähneln. Das Ziel eines solchen Spiels ist es das Ende eines zufallsgenerierten Dungeons zu erreichen und dabei Items einzusetzen, die man im Laufe des Abenteuers findet. Ein weiteres Merkmal ist die harsche Strafe, die den Spieler beim Ableben des Helden erreicht. In Shiren the Wanderer werdet ihr beispielsweise nach dem Tod in die Anfangsstadt zurückteleportiert - ohne jegliche gewonnene Erfahrung oder gefundene Items. Ihr startet das Spiel dann sozusagen neu.

Eine kleine Abmilderung gibt es durch die in einigen Dörfern - diese lockern das Durchpflügen der Dungeons ein wenig - verteilten Warenhäuser. Dort könnt ihr einige eurer Items zwischenlagern, um diese beim nächsten Spielen parat zu haben und das folgende Abenteuer somit etwas einfacher zu gestalten. Die Frage ist dann aber natürlich: nehmt ihr jetzt eure Superwaffe mit oder hebt ihr sie euch für die nächste Reise auf und lauft mit einer Keule oder gar bloßen Händen ins Verderben?
Überhaupt wirft euch das ganze Spiel viele Entscheidungen in den Weg. Das fängt schon bei dem Kampfsystem an, der Titel ist rundenbasiert, was heißt dass bei jeder eurer Aktionen auch die Gegner eine Aktion ausführen. Macht ihr einen Schritt, bewegt sich auch der Gegner - oder schlägt euch, vergiftet euch, verflucht oder stiehlt euch Geld und Items oder verwandelt euch gar in ein Reisbällchen.

Der typische Spielablauf sieht in Shiren the Wanderer etwa so aus: Ihr startet in der Anfangsstadt, holt euch in der örtlichen Bar ein Gratisreisbällchen ab - diese stillt euren Hunger auf der Reise, mit leerem Magen kämpft es sich schlecht - und begebt euch in den Dungeon. Anfangs lauft ihr noch durch Wälder, später kommt auch ein Sumpf und Berghöhlen dazu. Dort trefft ihr auf alle möglichen Gegner, die ihr Anfangs mit bloßen Händen verprügeln könnt. Womit aber auch sonst, schließlich habt ihr sonst nichts in eurem Inventar. Nach einer Weile findet ihr Waffen, Schilder, Heilkräuter, Stäbe und andere Items und hier kommen wieder die Entscheidungen ins Gewicht, denn euer Inventar ist sehr knapp begrenzt. Einerseits ist es halbwegs realisitsch, dass ihr nicht das halbe Haus mit euch schleppt, andererseits wird es sehr schnell knapp mit dem Essen und den Heilkräutern. Zumal Geschäfte extrem rar gesät sind und ihr euch nie darauf verlassen könnt, dort das gewünschte Item zu finden. Nach ein paar verkloppten Monstern levelt der Held auf, Statuspunkte verteilen könnt ihr dabei allerdings nicht. Alle paar Dungeonlevels kommt ihr in ein kleines Dörfchen, wo ihr bei etwas Glück ein paar wertvolle Items in dem örtlichen Shop erstehen könnt und von den Einheimischen Spieltipps abholt. Nach etwa dreißig Spielebenen steht ihr vor dem Endgegner und habt das Spiel - so scheint es - durchgespielt.

Allerdings nur scheinbar, denn selbst nach Ende könnt ihr dank einiger Zusatzquests Zusatzdungeons freischalten. Zudem könnt ihr euren Abenteuer Highscore via Wifi mit anderen Wanderern vergleichen. Dummerweise hat Sega es versäumt einen Anticheat-Mechanismus einzubauen, weshalb sich auf den ersten Plätzen Level 99 Shirens mit unmöglichen Items tummeln. Wifi kommt auch bei einem weiteren Element zum Einsatz. Denn wenn ihr sterbt - und das werdet ihr, oft - könnt ihr einen Freund um Hilfe bitten. Dieser kann dann via Wifi oder per Local Network euch retten. Die Sache hat allerdings einen Hacken: euer Freund muss sich zurück in die Anfangsstadt kämpfen, sinkt auf Level 1 und muss sich dann zu eurer Leiche durchkämpfen. Dass man da kaum jemanden findet, der sich als guter Samariter erweist, liegt auf der Hand.

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Grafik: 

Grafisch reißt der Titel niemanden vom Hocker, die SNES-Vergangenheit sieht man dem Spiel deutlich an. Zwar ist Shiren the Wanderer nicht wirklich häßlich, einen Blumentopf in Sachen Grafik gewinnt es auf jeden Fall nicht. Die Figuren sind recht groß gestaltet, haben aber sehr wenige Animationsphasen. Die Umgebung ist, vorsichtig formuliert, zweckmäßig gestaltet. Zwar seht ihr immer, worum es sich gerade handelt, hübsche Verzierungen an den Dungeonwänden dürft ihr aber nicht erwarten.

Sound: 

Wieder merkt man das Alter des Spiels, die Soundkulisse ist nicht überragend. Die Melodien sind zwar eingängig und klingen gar nicht schlecht, dafür nerven aber die fiepsigen Soundeffekte. Diejenigen unter euch, die aber schon vor zehn Jahren auf dem SNES gespielt haben werden dank des Sound nostalgische Gefühle bekommen.

Steuerung: 

Die Bedienung ist durchaus intuitiv, hilfreich ist außerdem der Tutorial-Dungeon vor dem eigentlichen Abenteuer, der euch die Basis-Handgriffe beibringt. Mit dem A-Knopf drescht ihr auf Feinde ein und redet mit NPCs, mit X gelangt ihr ins Menü, mit L schießt ihr Pfeile und mit R bewegt ihr euch diagonal. Auch mit dem Stylus läßt sich der Titel spielen, das geht aber etwas weniger gut von der Hand als die Tastensteuerung.

Fazit: 

Für all jene, die mit dem teilweise frustrierenden Zurückwerfen auf Level 1 keine Probleme haben und der englischen Sprache mächtig sind, lohnt sich ein Blick auf Mystery Dungeon: Shiren the Wanderer durchaus. Auch wer mit Titeln wie Diablo oder Nethack seinen Spaß hatte, darf ruhig zugreifen. Rollenspielanfänger oder Spieler, die nicht mit Frustmomenten umgehen können, machen aber einen weiten Bogen um das Sega Spiel. Als Alternative aus dem gleichen Genre bietet sich Pokemon Mystery Dungeon an, das ebenfalls von Chunsoft entwickelt wurde und einsteigerfreundlicher gestaltet ist.

Danke an Sega für die Bereitstellung des Testmusters.


Pro & Contra

+ Oldschool-Gameplay
+ Herausfordernd...
+ Umfangreich

- Keine deutsche Übersetzung
- ...aber auch frustrierend
- Grafisch schwach

Wertung

Grafik:

Sound:

Spielspass:
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