Goldeneye: Rogue Agent (GCN)

Spieleinfos
 Boxart (EU) Boxart (US)
Entwickler: Electronic Arts
Publisher: Electronic Arts
ab 16
Spieleranzahl: 1-4
Genre: Ego-Shooter

Ein Bond-Spiel ohne Bond? Geht das? Diese Frage haben sich sicherlich viele Leute gestellt als sie vom Erscheinen von Golden Eye Rogue Agent gehört haben. Anders als sich viele erhofft hatten, hat der Titel nichts mit dem indizierten Namensbruder vom N64 zu tun. Endlich übernimmt man mal die Rolle eines Bösen.....aber irgendwie doch nicht. In Golden Eye übernimmt man zwar die Rolle eines bösen Bubs, jedoch kämpft man im Spiels selbst nicht wirklich gegen „die Guten“, sondern größtenteils gegen Schergen von Dr. No. EA scheint somit von vornherein einer Indizierung bzw. schweren Kritik vorgebeugt zu haben.

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Spielinhalt: 

Ganz Bond-Like zeigt sich die Story ziemlich unkompliziert. Der Arbeitgeber von „Golden Eye“, dem eigentlichen Hauptdarsteller des Spiels, der MI6, macht ihn direkt für den Tot von Bond nach einem gescheiterten Einsatz verantwortlich. Goldfinger kommt das gerade recht, denn er sucht in seinem erbitterten Kampf gegen Dr. No dringend schlagfertige Unterstützung. Das kommt dem mittlerweile Arbeitslosen Agenten gerade Recht. Bei dem missglückten Einsatz in Fort Knox hat er nicht nur seinen Job verloren, sondern ebenfalls sein rechtes Auge.

Seinen Spitznamen „Golden Eye“ erhält er, nachdem ihm ein enger Freund von Goldfinger sein Rechtes Auge durch ein mechanisches, mit allerlei besonderen Fähigkeiten versehenes Auge ersetzt. Dieser enger Freund heißt Dr. Francesco Scaramanga. Die Story weitet sich im Spielverlauf zu einem großen Kriegsschauplatz aus, in dem es um die Vorherrschaft der Welt geht, bei der sich Dr. No und Goldfinger keinen Penny gönnen. Bei der Story zeigt sich, dass sich der Titel voll vom Bond typischen abwendet. Diesmal gibt es keine Russen.....

Das Hauptaugenmerk liegt wohl auf dem sogenannten „Golden Eye“ mit seinen 4 Spezialeigenschaften:
1. Der Polarity Shield: Der Schild bietet Schutz vor allerlei Angriffen durch Gegner, außer durch Nahkampfattacken. Er ist besonders in späteren Missionen von großem Nutzen, da euch dort die bösen Schergen verstärkt mit Raketenwerfern, Panzern und sonstigen explosiven Angelegenheiten zu stoppen versuchen.
2. Das Magnetic Field: Gegner lassen sich mittels Gewalt über die Anziehungskräfte durch die Luft schleudern. Im ersten Moment durchaus interessant, jedoch eher unnütz und zu energieaufwendig.
3. E.M. Hack: Schalter lassen sich aus der Entfernung aktivieren. Gegnerische Waffen können manipuliert werden, im Massengefecht trotzdem eher unsinnig. Nützlich erweist sich allerdings die Funktion, bei der ihr Geschütze / Selbstschussanlagen für eure Zwecke umpolen könnt.
4. M.R.I. Vision: Euer erstes Upgrade. Da ihr die Mag-Rail zum ersten mal kennenlernt, mit der man durch Wände schießen kann, erhaltet ihr hier auch ein Upgrade, bei dem ihr die Personen auf die ihr schießt auch durch Wände sehen könnt.

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Grafik: 

Die Grafik ist wohl der größte Kritikpunkt am Spiel. Grundsätzlich sind sehr gute Ansätze vorhanden, jedoch wirken die Texturen, soweit überhaupt welche vorhanden sind sehr karg. Man fragt sich wirklich, was die Entwickler da eingescannt haben, denn mehr als ein Foto von einer grauen Hauswand kann es anscheinend nicht gewesen sein. Trotzdem sind die Effekte bei Explosionen und z.B. Treffern auf dem Polarity Shield sehr gut gelungen. Auch die Framerate ist meistens sehr stabil, nur bei großem Gegneraufkommen gerät sie ins stocken. Die Charakter sehen komischerweise grundsätzlich ganz gut aus, somit erscheint mal wieder die typische EA Frage: Hat man den Entwicklern mal wieder ein unmögliches Zeitultimatum aufgebrummt wie in Zeiten a la MOH: Rising Sun?

Sound: 

Eines muss man EA ja wirklich lassen. Bei der Grafik kann man sich wirklich streiten, jedoch der Sound ist wirklich genial! Dolby Pro Logic II donnert durch die Bass Boxen und lassen keinen Nachbarn zur Ruhe kommen. Schade, das die Entwickler leider nicht die aus den Filmen bekannten Synchronisatoren für sich gewinnen konnten. Naja....da stellt sich die Frage ob so mancher da überhaupt noch synchronisieren kann....schließlich wurde „Goldfinger“ und co. Auch nicht erst letzte Woche gedreht... Was sehr positiv auffällt ist, dass sich die Musik immer der Situation anpasst.

Steuerung: 

Recht solide, nur manchmal etwas, konsolentypisch, ungenau. Die Tastenbelegung erinnert mich etwas an TimeSplitters, was jedoch nicht vorwurfsvoll gemeint sein soll. Mit dem Steuerkreuz wählt man die „Golden Eye“ Funktionen aus, selbige werden mit X aktiviert. Waffen können beidhändig aufgenommen werden, jedenfalls mit wenigen Ausnahmen. Drückt ihr den A-Knopf und dann die entsprechende Hand (L oder R) könnt ihr euch beliebig Kombinationen zusammmenstellen.

Fazit: 

Die Benotung ist mir sehr schwierig gefallen, da es sich um ein grundsätzlich sehr gutes Spiel handelt. Das Problem ist jedoch, dass im Spiel, außer dem meiner Meinung nach zu wenig integriertem „Golden Eye“ nichts neues vorkommt. Die Story verläuft sehr geradlinig und bietet keinerlei Handlungsfreiheit. Außer dem Multiplayer Modus hat man keinen Grund, das Spiel nach einem erfolgreichen Durchspielen überhaupt nochmal Laserlicht erblicken zu lassen. Im Spiel selbst ist der Ego Shooter Part sehr gut gelungen, leider ist es aber auch der einzige Part, den es zu bieten hat, obwohl man in den wilden Panzer und Hubschraubergefechten gerne im selbigen mitgemischt hätte, als alles nur vom Boden mit Freund Harpoon RL-Werfer zu betrachten. Ebenfalls schwachsinnig ist die Rogue Wertung. Sie beinhaltet Punkte wie z.B. Stealth Aktionen und das Niederschlagen von Gegnern.Sehr witzig dabei ist jedoch, dass man sich den meisten Gegner noch nicht mal auf 20m nähern kann, ohne gleich von allen Seiten unter Bombardement genommen zu werden. Auch wenn die Standards wesentlich höher sind, als die von Golden Eye Rogue Agent gezeigten Eigenschaften, ist es dennoch ein sehr gutes Game.

Schade ist nur, dass der Titel irgendwie halbfertig wirkt. Vor allem sieht man dies bei den oben erwähnten Texturen und vor allem den fehlenden Spielelementen, wie sie sogar schon Deus Ex vor fast einem halben Jahrzehnt vorgegeben hat.


Pro & Contra

+ James Bond Lizenz

- triste Grafik
- unmotivierter Spielablauf
- unfertiges Spiel

Wertung

Grafik:

Sound:

Multiplayer:

Spielspass:
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