Dragon Quest: Die Hand der Himmelsbraut (DS)

Spieleinfos
 Boxart (EU) Boxart (JAP)
Entwickler: ArtePiazza
Publisher: Square Enix / Koch Media
Releasedatum: 20/02/2009
ab 6
Spieleranzahl: 1
Genre: Rollenspiel

Über Rollenspielnachschub für den Nintendo DS muss man sich dieser Tage keine Sorgen machen. Jüngst ist erst das von uns bereits getestete Chrono Trigger erschienen und auch Suikoden Tierkreis steht bereits in den Startlöchern. Ganz nebenbei wird dann auch endlich dem Dragon Quest Franchise der nötige Respekt gezollt. Nachdem vor ein paar Monaten endlich das Remake zu Dragon Quest: Die Chronik der Erkorenen erschienen ist, legte Square Enix doch recht zügig nach und so könnt ihr schon seit ein paar Wochen den Nachfolger zu Dragon Quest IV in den Regalen eures Videospielhändlers finden. Ob sich ein Kauf lohnt und wie es mit der Qualität von Dragon Quest V: Die Hand der Himmelsbraut bestellt ist, erfahrt ihr natürlich wie gewohnt in unserem Review.

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Spielinhalt: 

Dragon Quest V: Die Hand der Himmelsbraut gilt unter Dragon Quest Fans als das vielleicht beste Spiel der Reihe. Es existiert ein ähnlicher Kult um das Rollenspiel, wie es vielleicht einige von Final Fantasy VII kennen. Bereits 1992 erschien das Original auf dem SNES und nebenbei war es auch der zweite Teil der sogenannten der Zenithia-Trilogie, so wird natürlich auch in Dragon Quest V nach einem Helden gesucht und ein Besuch der Sagen umwobenen Stadt über den Wolken, darf natürlich auch nicht fehlen. Aber keine Angst wer den Vorgänger nicht gespielt hat, braucht nicht zu fürchten, der Story nicht folgen zu können. Die Zenithia-Trilogie fügt sich sehr unscheinbar in die Episoden ein. Fans genießen die Story Verzweigungen und alle anderen merken eh nichts davon.

Im Vergleich zum Vorgänger hat man das Kapitel-System komplett überarbeitet, in Dragon Quest IV spielt ihr mehrere kleine Geschichten, in denen jeweils einige Figuren der Geschichte ausführlich vorgestellt werden und sich deren Wege erst gegen Ende des Abenteuers kreuzen. Im aktuellen Remake zum fünften Teil der Serie, folgt ihr wieder nur einiger einzigen Namenlosen Person. Was auf dem ersten Blick wie ein Rückschritt, denn nach einem Fortschritt aussieht, zeigt sein großes Potenzial erst auf den zweiten Blick. Ihr fangt das Spiel als Namenloser kleiner Hosenscheisser an. Gerade einmal 6 Lenze zählt der Knirps und reist noch mit seinem Papa durch die Gegend.

Natürlich wäre es nichts besonderes einen jungen Helden in ein Spiel zu integrieren, das besondere an Dragon Quest V: Die Hand der Himmelsbraut liegt im Werdegang des jungen Helden. Denn ihr dürft ihm auf seinem Weg, ja auf seinem ganzen Leben begleiten. Erlebt, wie aus einem kleinen Hosenscheisser ein stattlicher Krieger oder gar selbst ein Vater wird. Diese Belange des Lebens sind mit viel Liebe in die Story verflochten worden, welches dem Spiel eine tolle Fantasy Atmosphäre einhaucht. Da die Story rund um die Geheime Organisation oder Sekte, die sich auf der Dragon Quest Welt ausbreitet, eng mit dem Lebensweg unseres Helden verknüpft ist, möchte ich an dieser Stelle auch gar nicht weiter auf eben diese Geschichte eingehen.

Wie schon erwähnt startet ihr als kleiner Junge der mit seinem Vater Ludwig durch die Lande zieht. Nur weil ihr anfänglich klein seid, heisst das aber natürlich nicht, dass ihr nicht auch in jungen Jahren die ein oder anderen Gefahren überstehen müsst. Es warten Rätsel und vorallem eine Menge rundenbasierte Kämpfe, welche nach dem erfolgreichen Abwehren der Monstermassen mit dem Erhalt von Erfahrungspunkten, Gold und dergleichen belohnt wird. Wie für ein Rollenspiel üblich könnt ihr euch und eure Kampfkameraden nach Herzenslust ausrüsten und aufwerten. Neue Bewaffnungen und neu erlernte Zauber helfen im Kampf, um eure Gruppe besser zu schützen zieht ihr den lieben „Kleinen“ einfach ein paar neue Kleider an.

Das Kampfgeschehen wird derweil aus der Egosicht eingeblendet, eure Gegner stehen also direkt vor euch. Eine besonderheit an Dragon Quest V: Die Hand der Himmelsbraut, stellt im übrigen auch die Gruppe eurer Mitstreiter da, besteht dies doch nicht nur aus anderen Menschen sondern auch aus allerlei Monstern. Immer mal wieder wollen vormals noch feindlich gesinnte Ungeheuer eurer Party beitreten. Dieser Umstand verleiht der ganzen „Stelle deine Truppe zusammen“-Thematik eine frische Note, welche in der heutigen „alles ist gleich“ Zeit wirklich gut aufgenommen werden kann. Aktiv am Kampfgeschehen teilnehmen können immer vier Partymitglieder, diese können jedoch nach Belieben ausgetauscht werden.

An dieser Stelle geht auch ein besonders Lob an die Lokalisation von Dragon Quest V: Die Hand der Himmelsbraut. Alle Texte wurden mit viel Witz ins deutsche übersetzt und gerade die Namen der Monster lassen einen des Öfteren breit Grinsen. Namen wie Kernspalter oder Rizinuss heben sich angenehm vom Einheitsbrei der sonstigen Rollenspiele ab. Scheinbar hatte man allgemein etwas mehr Zeit für die Lokalisation des fünften Dragon Quest Teils. Oder welchem Umstand haben wir zu verdanken, dass die Party Talk-Option in Dragon Quest V Einzug gehalten hat. Im Test zum direkten Vorgänger Dragon Quest IV: Die Chronik der Erkorenen bemängelten wir noch, dass dieses tolle Feature der Schere zum Opfer gefallen ist.

Ihr wisst nicht was Party Talk sein soll? Es handelt sich dabei um ein Stilmittel, welches einem noch mehr in die Welt von Dragon Quest V eintauchen lässt. Auf Knopfdruck könnt ihr euch zu jeder Zeit mit euren Party-Mitgliedern unterhalten. Das schöne dabei ist, dass eure Freunde zu fast jedem Ereignis in der Dragon Quest Welt etwas zu sagen haben. Nutzt ihr das Party Talk-Feature also oft, erfahrt ihr nach und nach immer mehr über die Welt und deren Bewohner. Zu Beginn glaubt man gar nicht, dass eine so simple Idee einen derart hohen Atmosphäre-Gewinn darstellt.

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Grafik: 

Optisch macht Dragon Quest V eine gute Figur, die alte SNES Grafik wurde gut aufpoliert und pendelt sich irgendwo zwischen SNES und PS2 Version ein. Die Sprites der Charaktere und Monster wurden im übrigen einmal mehr aufs Beste vom Dragon Ball Erfinder Akira Toriyama umgesetzt.

Sound: 

Fantasievolle Klänge die einen in andere Sphären führen, untermalen das Spielgeschehen auf wunderbare Weise und lassen keine Wünsche offen. Die Soundeffekte geben auch keinen Anlass zur Kritik alles wirkt stimmig und fügt sich wunderbar ins übrige Spiel ein.

Steuerung: 

Bei der Steuerung werden keine Experimente veranstaltet, wer den Vorgänger auf dem Nintendo DS bereits gezockt hat, fühlt sich demnach sofort heimisch und kann ungehindert über die Levelkarten wandern oder durch Menüs navigieren. Aber auch jeder Spieler mit etwas Erfahrung am Gamepad wird sich schnell zurecht finden. Die Nintendo DS Features werden zwar fast gar nicht genutzt, was an dieser Stelle jedoch kein Grund für Kritik sein soll!

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Fazit: 

Was lange wehrt wird endlich gut. Nachdem wir nun viele, viel zu viele Jahre auf Dragon Quest V: Die Hand der Himmelsbraut warten mussten. Können nun alle interessierten Käufer aufatmen, die Portierung auf dem Nintendo DS macht eine verdammt gute Figur. Hübsche Grafik, tolle Story, perfekte Spielbarkeit. Auch wenn man sich ab und an über die vielen Zufallskämpfe aufregt, legt sich dieser Groll doch recht schnell, denn wenn man bedenkt wie schnell diese Kämpfe vonstatten gehen, ist der Groll auch absolut unberechtigt. Dragon Quest V wird euch definitiv in seinen fast schon magischen Bann ziehen und wird dafür sorgen, dass ihr den NDS erst wieder aus den Händen legt, wenn der Abspann über den Doppelbildchirm läuft. Wer Rollenspiele mag, wird DQV lieben!


Pro & Contra

+ zügiges Kampfsystem

+ gute Lokalisation

+ schöne Geschichte

+ umfangreich

- Kampfanimationen nur Durchschnitt

 

Wertung

Grafik:

Schöne Sprites von Dragon Ball Guru Akira Toriyama
Sound:

Viele Musikstücke mit Ohrwurm-Garantie
Spielspass:
Noch keine Bewertungen

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